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Fuji Television Japanese Grand Prix 2001

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DIE SONNE VON SUZUKA

Nach schrecklichen Wochen verabschiedete sich die Formel 1 fröhlich in die Winterpause

Es war nicht Weihnachten und nicht Kindergeburtstag. Mika Häkkinen sass in einem Sessel vor der McLaren-Box und die Flut der Geschenke wurde immer grösser: Schwimmreifen und Bälle - und was junge Väter so alles sonst noch gebrauchen können. Im Spätsommer von Japan, in der Abendsonne des Suzuka Circuitland (das Honda gehört) war nach schrecklichen Wochen die Fröhlichkeit in die Formel 1 zurückgekehrt, kurz bevor der Zirkus sich die 4 Monate dauernde Winterpause verabschiedete.

Neben Häkkinen wird auch Oldie Jean Alesi, der in Japan, dem Heimatland seiner Gattin Kumiko seinen Rücktritt erklärte, 2002 nicht mehr am Start sein. Der Franzose war, eine richtige Sensation, im freien Freitagstraining Bestzeit gefahren. Im Rennen jedoch kollidierte er schon nach 5 Runden mit Kimi Raikkönen, nach dem diesem bei rund 250 km/h die linke Hinterradaufhängung gebrochen war. Die Räder flogen umher wie Billardkugeln und hinterher sah die Unfallstelle aus wie nach einer Terrorattacke, doch es gab nur gelbe Flaggen, aber kein Safety Car. Kimi, der junge Löwe, war geschockt, aber unverletzt. Alesi, der 1989 in Paul Ricard in einem Tyrrell Ford debütierte, aber von 201 Grand Prix insgesamt nur einen gewann, gab dem Finnen später aufmunternd die Hand.

Michael Schumacher war von seiner Pole Position nicht ganz so gut gestartet, hatte aber die Führung dennoch behalten. Der Deutsche kämpfte mit Häkkinen, seinem Bruder Ralf und zuletzt mit Montoya über die ganze Distanz um den Sieg. Der vierfache Weltmeister war ein knapper, aber dennoch souveräner Sieger. Im Ziel trennten den Ferrari Nr. 1 und den Williams BMW des Kolumbianers, beide auf einer 2-Stop-Strategie, 3,2 Sekunden.

Ralf Schumacher hatte Bremsprobleme, verliess deshalb dreimal die Piste und wurde einmal sogar wegen Auslassens der Schikane, 1989 wegen der Kollision Senna-Prost berühmt geworden, mit einer 10-Sekunden-Stop-ind Go-Strafe belegt.

Rubens Barrichellos Angriff auf den 2. Platz in der Weltmeisterschaft ging gründlich daneben. Der Brasilianer, von Ross Brawn als einziger im ganzen Feld auf eine 3-Stop-Strategie dirigiert, fuhr anfangs sehr aggressiv, fiel aber immer mehr zurück, als bereits beim 1. Stop der Motor fast ausging.

Michelin Reifen werden umso besser, je heisser es wird und desto länger das Rennen dauert. Die Benetton Piloten wechselten bei ihrem 1. Boxenstop lediglich die Hinterräder. Dass die Autos zum Saisonende immer zuverlässiger werden, ist nicht besonders neu, in Suzuka kamen 16 Autos ins Ziel. Es hätten 18 werden können, hätte es in der Jaguar Box nicht beim Betanken einen Stromausfall gegeben, so dass beide Autos nicht mehr weiterfahren konnten. "Das hat uns mindestens eine Million Dollar gekostet, weil wir vor Benetton hätten ins Ziel kommen müssen," war Niki Lauda hinterher richtig giftig. Nach 18 Jahren in der Formel 1 verabschiedete sich der italienische Modekonzern aus dem Grand Prix Sport, das Team, einst als Toleman gegründet, jedoch bleibt und heisst 2002 Renault. Ob dort auch Fernando Alonso an der Seite Jarno Trullis fahren wird, muss noch entschieden werden. Der junge Spanier auch zeigte beim Saisonfinale eine starke Leistung und schlug mit einem 4 Jahre alten Ford Motor auf heimischem Boden den Honda Werkspiloten Olivier Panis im BAR um eine ganze Runde. Die Japaner haben es eben nicht immer leicht, ihr Gesicht zu waren. Toyota, die 2002 mit Mika Salo und Alan McNish die Szene betreten werden, werden auch das noch zu spüren kriegen, denn die Testzeiten, die die Crew um Ex-Rallye-Star Ove Andersson 2001 erzielte, waren allenfalls Durchschnitt.

Die Formel 1 wird 2002 viel, viel jünger, denn auch Felipe Massa, brasilianischer Star in der europäischen Formel 3000 und im Alfa Romeo Tourenwagen, der Raikkönen bei Sauber Petronas ersetzt, ist auch erst 19 Jahre alt.

Mika Häkkinen und David Coulthard haben zusammen 98 Grand Prix bestritten. Das ist mehr, als jemals 2 Fahrer in der Geschichte des Grand Prix Sports geschafft haben. 30 Rennen davon haben sie gewonnen, 13 mal sogar doppelt. Die Silberpfeile der 3. Generation wurden von ihnen geprägt, wie dies Caracciola und von Brauchitsch in der Ära vor, Fangio und Moss in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg getan hatten. Mika fährt 2002 statt des McLaren Mercedes nur noch den Kinderwagen von Sohn Hugo Ronan. David Coulthard, der bleibt, bekommt Kimi Raikkönen als Partner: Nach Ronnie Peterson, Keke Rosberg und Mika Häkkinen im Grand Prix Sport wahrscheinlich der nächste ganz, ganz grosse Skandinavier.

Klaus Ewald

Den Jahresrückblick 2001 lesen Sie hier ab Mitte November !

 

 

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