GRAND PRIX VON DEUTSCHLAND: FORMEL 3 AM SONNTAG

Erster Saisonsieg für Jeffrey van Hooydonk

Gary Paffett ist kein Übermensch, denn auch er macht Fehler. Beim Start zum zwölften Lauf der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft würgte der Tabellenführer auf dem zweiten Startplatz den Motor seines Dallara Opel ab und verschenkte so einen möglichen Sieg. Dass der Brite vom Ende des Feldes dann sogar noch auf Platz sechs in die Punkte fahren konnte, zeigt jedoch seine Klasse. Den Sieg vor gigantischer Kulisse im Rahmen des Formel-1-Grand Prix von Deutschland holte sich Jeffrey van Hooydonk. Der Belgier siegte im Dallara Mugen-Honda aus dem Team Ghinzani mit 1,048 Sekunden Vorsprung vor dem Japaner Kousuke Matsuura (Dallara Opel). Auf dem dritten Platz kam der Niederländer Robert Doornbos (Dallara Mugen-Honda), der damit den Erfolg des in Monaco ansässigen Teams Ghinzani komplettierte.Nach einem ereignisreichen Samstagrennen, war auch der Lauf am Sonntag auf dem 4,574 Kilometer langen Hockenheimring eine Werbung für die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft. Erneut gab es in jeder Runde mehrere Überholmanöver, wieder kämpften die 29 Piloten hart aber fair und erneut waren die über 100.000 Zuschauer begeistert. Offensichtlich provoziert das neue Streckenlayout spannende Rennen - zumindest in der Formel 3.Kousuke Matsuura konnte seine Pole Position lediglich bis zur Haarnadelkurve verteidigen, denn dort ließ sich der Japaner in einen Fehler treiben, der die Türe für Jeffrey van Hooydonk öffnete. Der Belgier feierte nach 18 fehlerlosen Runden seinen ersten Saisonerfolg. Obwohl Matsuura den zeitweise auf 1,4 Sekunden angewachsenen Vorsprung vor dem letzten Renndrittel auf 0,7 Sekunden reduzieren konnte, kam er nie richtig in den Windschatten des Führenden. Robert Doornbos hatte das Glück des Tüchtigen. Zwar machte der Niederländer einige Plätze durch Zweikämpfe gut, doch so richtig begünstigt wurde Doornbos durch die Fehler der vor ihm platzierten Kollegen. Der Österreicher Clemens Stadler räumte beispielsweise Markus Winkelhock von der Piste, als dieser auf einem sicheren vierten Platz fuhr. Auch der Österreicher Norbert Siedler wurde durch den Unfall in der 14. Runde in einen Dreher gezwungen und so um den fünften Platz gebracht. Schon in der erste Runde krachte es zwischen Vitantonio Liuzzi und Joao Paulo de Oliveira in der Haarnadelkurve. De Oliveira büßte dabei seinen halben Frontflügel ein und kam noch auf Platz 18 ins Ziel. Für Liuzzi war nach der ersten Runde das Rennen an der Box beendet. In den Crash waren noch Stefano Proetto und Gottfried Grasser verwickelt, die daraufhin ausfielen. Lange Zeit hatte der Österreicher Bernhard Auinger wie der sichere Dritte ausgesehen. Rundenlang verteidigte er diesen Platz gegen die Angriffe von Robert Doornbos, bis dieser ihn anschubste und zwei Plätze zurückwarf. Auinger rettete durch den Crash Winkelhock-Siedler noch den hochverdienten vierten Platz. Vom 15. Startplatz konnte sich Cesar Campanico auf den beachtlichen fünften Platz schieben. Nachdem der Österreicher Richard Lietz schon am Vorstart wegen Getriebeprobleme aufgeben musste, erlitt der Deutsche Frank Diefenbacher in der elften Runde das gleiche Schicksal.Stimmen:Jeffrey van Hooydonk: Ich bin sehr glücklich und möchte mich bei allen Leuten bedanken, die an mich geglaubt haben. Ich hatte auch schon schlechtere Zeiten, doch jetzt scheint der Erfolg zu kommen. Ich habe mit dem Team wirklich hart dafür gearbeitet. Der Lohn ist dieser Sieg vor einer grandiosen Kulisse.Kousuke Matsuura: In der zweiten Kurve habe ich nach einem tollen Start leider einen Fehler gemacht. Als mir dabei das Heck ausbrach, konnte Van Hooydonk vorbei. Später hatte ich auch Probleme mit den Reifen, weshalb ich mich darauf konzentriert habe, die Punkte zu retten.Robert Doornbos: Ich bin vom neunten Platz gestartet und sogar auf das Treppchen gekommen. Es ist unglaublich. Ich hatte viele Zweikämpfe, vor allem aber mit Auinger.Timo Glock: Mein Start war super und ich lag in guter Position. Beim Anbremsen der Spitzkehre hat mich Liuzzi dann umgedreht und ich war Letzter. Ich habe dann viele Plätze gewonnen, bis ich eingangs Motodrom ins Gras gekommen bin und dadurch die Kühler verstopften.Frank Diefenbacher: Ich habe schon nach dem Start den dritten und vierten Gang nicht mehr gut reinbekommen. Später hat das komplette Getriebe blockiert.Markus Winkelhock: Eingangs Start und Ziel hat mich ein Fehler zwei Plätze gekostet. Ich lag später wieder auf Platz vier und hätte vielleicht noch das Treppchen erreicht, doch dann kommt Stadler aus dem Kies und schießt mich ab.Kimmo Liimatainen: Ich musste nach Gehör schalten, weil die Schaltanzeige kaputt war. Auch das Set up war nicht optimal.Clemens Stadler: Durch den Crash in der Spitzkehre habe ich den Anschluss verloren. Zudem war mein Auto nicht, wie es sein sollte.Ryan Briscoe: Die ersten zwei Runden waren schwierig. Das Rennen allgemein aber sehr gut, denn ich habe einige Zweikämpfe gewinnen können.Cesar Campanico: Ich bin vom 15. Platz gestartet und habe schon in den ersten beiden Runde viele Plätze gewonnen. Jetzt bin ich Fünfter und happy.Sven Heidfeld: Das waren eigentlich meine ersten Runden auf der neuen Strecke, denn im Training hatte ich nur vier Runden und im ersten Rennen eine einzige. Jetzt habe ich die Strecke im Griff, doch leider ist das Wochenende gelaufen.Marcel Lasée: Beim Start ist mir einer ans Hinterrad gefahren und in der zweiten Runde habe ich mir an einem Pylon den Flügel beschädigt.Bernhard Auinger: Ich hätte den dritten Platz verdient gehabt, der Fight mit Doornbos war super, bis er mich im Heck getroffen hat. Jetzt habe ich zumindest noch den vierten Platz gerettet.Ross Zwolsmann: Ich war schon weit vorn, bis ich einen Fahrfehler in der Opel-Kurve hatte. Der Unterschied zwischen der Formel Renault und der Formel 3 macht sich vor allem in den schnellen Kurven bemerkbar.Gilles Tinguely: Mein Start war wieder gut, doch leider habe ich dann den einen oder anderen Fehler gemacht. Ich habe den Anschluss an die Gruppe und viel Zeit verloren. Am Ende war die Strecke sehr rutschig, deshalb war es schwierig einen guten Rhythmus zu finden.Marco Schärf: Bis zur Rennhäfte war es gut, doch dann habe ich leider Probleme mit der Konzentration bekommen. Ich bin halt noch stark erkältet.

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