„DIE 24 STUNDEN VON LE MANS“ – DER BERÜHMTESTE LANGSTRECKEN-KLASSIKER IM AUTOMOBILSPORT
Die einmalige Präsentation von siegreichen Automobilen, die Geschichte beim legendären Klassiker in Frankreich geschrieben haben – über 20 Sportwagen von 1924 bis heute
Das 24-Stunden-Rennen in Le Mans – 2006 zum 74. Male ausgetragen – ist das wichtigste Sportwagen-Rennen der Welt, der berühmteste Langstrecken-Klassiker im Automobilsport und zählt neben dem Formel 1-Grand Prix in Monaco und dem 500-Meilen-Rennen in Indianapolis zu den drei weltweit bekanntesten Motorsport-Veranstaltungen überhaupt. Seit 1923 steht es im Rennkalender und wurde seitdem nur 1936 (wegen eines General-Streiks in Frankreich in der Woche vor dem vorgesehenen Termin) und 1940-1948 (wegen des 2. Weltkrieges) nicht ausgetragen.
Als der ACO (Automobile Club de l’Ouest), übrigens der Club, der 1906 in Le Mans mit dem Grand Prix Frankreich den ersten Großen Preis in der Automobil-Geschichte durchgeführt hatte, für 1923 das 24-Stunden-Rennen aus der Taufe hob, stand dahinter die Idee, den Herstellern von Serien-Autos (Sportwagen) eine Bühne zu bieten, auf der sie die Zuverlässigkeit ihrer Produkte nachweisen konnten. 33 Autos starteten, nur drei fielen aus.
Das Rennen war ein Erfolg und avancierte bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 neben der 1927 „gegründeten“ Mille Miglia in Italien zum wichtigsten Sportwagen-Rennen. Berühmte Firmen wie Alfa Romeo, Bentley oder Bugatti starteten und gewannen. Aber auch Aston Martin, BMW, Chrysler oder Mercedes-Benz waren, um nur einige zu nennen, schon in dieser Zeit mit Werkswagen dabei und holten zum Teil Klassensiege, wie z.B. BMW mit dem Zweiliter-328 im Jahr 1939.
Die Katastrophe 1955
Es dauerte nach dem 2. Weltkrieg vier Jahre, ehe 1949 wieder ein 24-Stunden-Rennen in Le Mans durchgeführt wurde. Seitdem fand es jährlich statt. 1955 ereignete sich in Le Mans die größte Katastrophe in der Automobilsport-Historie, bei der über 80 Zuschauer und der Mercedes-Pilot Pierre Levegh (Pseudonym eines französischen Industriellen) getötet wurden. Das Rennen – heute unverständlich – wurde nicht abgebrochen, sondern lief noch über 20 Stunden bis zum vorgesehenen Ende weiter.
Erfolgsliste
In den Jahren 1949 bis 1969 dominierten Ferrari (neun Siege), Jaguar (fünf) und Ford (vier). 1970 begann dann der Siegeszug von Porsche (bis 1998 insgesamt 16 Siege). Und ab 2000 schrieb dann Audi mit sechs Erfolgen Le Mans-Geschichte, darunter 2006 der erste Gesamtsieg eines Wagens mit Diesel-Motor.
In der „ewigen“ Rangliste liegt bei den Herstellern Porsche mit 16 Siegen vor Ferrari (neun), Jaguar (sieben), Bentley und Audi (je sechs) sowie Alfa Romeo (vier) an der Spitze. Aber u.a. auch Aston Martin, BMW, Mazda (als einzige Firma mit einem Wankelmotor), Mercedes-Benz, Peugeot oder Renault konnten den begehrten Gesamtsieg herausfahren.
Bei den Fahrern liegt der Däne Tom Kristensen mit sieben Siegen (zwischen 1997 und 2005) an der Spitze, gefolgt von dem Belgier Jacky Ickx (sechs zwischen 1969 und 1982) und dem Briten Derek Bell (fünf zwischen 1975 und 1987). Erfolgreichster deutscher Pilot ist Frank Biela mit vier Siegen (zwischen 2000 und 2006).
Rekorde
Die Rennstrecke von Le Mans (sie besteht zum Teil noch heute aus öffentlichen Straßen) gehört zu den schnellsten der Welt. Sie wurde im Laufe der Jahre mehrmals modifiziert. Bevor auf der fast sechs Kilometer langen Hunaudieres-Geraden zwei Schikanen zur „Verlangsamung“ eingebaut wurden, wurde dort 1988 ein Sauber-Mercedes mit einer Top-Geschwindigkeit von 407 km/h gemessen. Der Renn-Rekord über die gesamten 24 Stunden steht bei 222,304 km/h, aufgestellt 1971 von Dr. Helmut Marko/Gijs van Lennep (Porsche 917). Auf dem aktuellen Kurs fuhren die Sieger Frank Biela/Emanuele Pirro/Marco Werner (Audi R10) 2006 einen „Schnitt“ von 215,409 km/h heraus.
Kult-Film mit Steve McQueen
1970 wurde mit Hollywood-Star Steve McQueen, selbst ein guter Rennfahrer, der 1970 auf Porsche beim 12-Stunden-Rennen in Sebring Platz zwei belegt hatte, ein aufwändiger Film gedreht - mit realistischen Rennaufnahmen, für die Weltklasse-Piloten zur Verfügung standen. Dieser Streifen hat heute Kult-Status. Aus ihm wird klar ersichtlich, wie sich seit der Zeit der Automobilsport und Le Mans verändert hat. Damals war Sicherheit ein Fremdwort. Die Autos rasten über Straßen ohne Auslaufzonen und Leitplanken an Häusern und Bäumen vorbei...
Der damals im „wirklichen“ Rennen siegreiche Porsche 917 gehört zu den über 20 Original-Sportwagen, die auf der Essen Motor Show in der Sonderschau zum Thema „24 Stunden in Le Mans“ gezeigt werden. Das aktuelle Siegerfahrzeug aus dem Jahr 2006, der Audi R10, ist aller Voraussicht nach auf dem Audi-Stand in Halle 3 zu sehen.
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Bentley Sport 3 Liter aus dem Jahr 1924
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1924 mit John Duff/Frank Clement (CDN/GB) und 1927 mit Sammy Davis/Joseph Dudley „JD“ Benjafield (GB).
Vier Zylinder, 2996 ccm Hubraum, 88 PS Leistung.
Bentley startete beim allerersten 24-Stunden-Rennen in Le Mans am 26./27. Mai 1923 mit dem Typ Sport 3 Liter, der allerdings nicht vom Werk gemeldet war, sondern von John Duff, der mit seinem Co-Piloten Frank Clement den vierten Platz belegte. Ein Jahr später siegte dann das Duo und begründete den Ruhm der „Bentley-Boys“. So wurden die Bentley-Fahrer genannt, die bis 1930 fünfmal in Le Mans siegen sollten. Zwar fielen 1925 und 1926 alle Bentley-Boys aus, aber 1927 gab es wieder den Gesamtsieg mit dem legendären Sport 3 Liter zu feiern und 1928 siegten Woolf Barnato/Bernard Rubin mit dem Bentley 4 ½ -Liter.
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Bentley Speed Six aus dem Jahr 1930
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1929 mit Woolf Barnato/Tim Birkin (GB) und 1930 mit Woolf Barnato/Glen Kidston /GB).
Sechs Zylinder, 6597 ccm Hubraum, 180 PS Leistung.
Mit dem Speed Six beendete Bentley nach 1930 die Werks-Einsätze in Le Mans. Das Auto siegte 1929 und 1930 zweimal hintereinander. Jedes Mal gehörte Woolf Barnato, der bereits 1928 im Bentley 4 ½ Liter gewonnen hatte, zu den erfolgreichen Piloten. Er war ab 1926 Hauptanteilseigner von Bentley. Als er 1931 aus der Firma ausstieg, wurde Bentley von Rolls Royce übernommen. Woolf Barnato war ein schwerreicher Industrieller (sein Vater hatte mit Cecil Rhodes die Diamantengruben in Südafrika kontrolliert), aber auch einwirklich erstklassiger Sportwagen-Pilot, der sich bei Rennen strikt an die Anweisungen des Firmengründers W.O. Bentley hielt.
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Alfa Romeo 8C 2300 aus dem Jahr 1933
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1931 mit Earl Howe/Tim Birkin (GB), 1932 mit Raymond Sommer/Luigi Chinetti (F/I), 1933 mit Raymond Sommer/Tazio Nuvolari (F/I) und 1934 mit Philippe Etancelin/Luigi Chinetti (F/I).
Acht Zylinder, 2336 ccm Hubraum, Kompressor, 180 PS Leistung.
Nach der „Bentley-Ära“ begann in Le Mans 1931 der Siegeszug von Alfa Romeo. Mit dem 8C 2300 gewann die italienische Firma gleich viermal hintereinander. Außerdem gab es in dieser Zeit Siege bei der Mille Miglia und dem 24-Stunden-Rennen in Spa, den beiden wichtigen anderen Sportwagen-Rennen jener Zeit. Die Motor-Leistung wurde von anfangs 145 PS schließlich auf 180 PS gesteigert.
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Bugatti Typ 57C „Tank“ aus dem Jahr 1939
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1939 mit Jean-Pierre Wimille/Pierre Veyron (F).
Acht Zylinder, 3257 ccm Hubraum, Kompressor, 200 PS Leistung.
Wegen seiner eigenwilligen Karosserie erhielt der siegreiche Le Mans-Bugatti von 1939 den Spitznamen „Tank“ (Panzer). Als 57S hatte er bereits 1937 in Le Mans gesiegt. Fahrer waren damals Jean-Pierre Wimille/Robert Benoist (F). Bugatti war in den 1920er- und 1930er-Jahren die wohl berühmteste Automarke überhaupt, deren Ruhm sich auf unzählige Siege bei Sportwagen- und Grand Prix-Rennen gründete. Der aktuelle 1001-PS-starke Bugatti-Supersportwagen, der in einer limitierten Auflage produziert wird, heißt offiziell Bugatti Veyron – Erinnerung an den Le Mans-Sieger von 1939.
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Mercedes-Benz 300 SL Coupé aus dem Jahr 1952
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1952 mit Hermann Lang/Fritz Rieß (D).
Sechs Zylinder, 2996 ccm Hubraum, 180 PS Leistung.
Mercedes-Benz war sechs Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges 1951 mit Vorkriegs-Grand Prix-Rennwagen aus dem Jahr 1939 bei zwei Rennen in Argentinien wieder in den internationalen Automobilsport eingestiegen. Für 1952 wurde das Programm dann ausgeweitet: Der neue 300 SL bestritt die wichtigsten Sportwagen-Rennen der Welt. In Le Mans konnte die Stuttgarter Firma 1952 einen Doppelsieg feiern. Später folgte dann u.a. noch der Sieg bei der Carrera Panamericana in Mexiko mit Karl Kling. Der 300 SL wurde danach bis 1962 in einer Serien-Version für den normalen Straßenverkehr gebaut und gehört zu den legendärsten Automobiltypen überhaupt.
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Mercedes-Benz 300 SL Coupé aus dem Jahr 1952
Doppelsieg in Le Mans 1952.
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Jaguar C aus dem Jahr 1953
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1951 mit Peter Walker/Peter Whitehead (GB) und 1953 mit Duncan Hamilton/Tony Rolt (GB).
Sechs Zylinder, 3442 ccm Hubraum, 250 PS Leistung,
Der Typ C von Jaguar zählte Anfang der 1950er-Jahre zu den erfolgreichsten Sportwagen, die bei Automobilrennen eingesetzt wurden. Siege gab es u. a. 1951 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans (Fahrer: Peter Walker/Peter Whitehead) und 1953 (Duncan Hamilton/Tony Rolt) sowie bei der Tourist Trophy in Dundrod/Nordirland 1951 und 1953 (jeweils Stirling Moss). Beim Le Mans-Sieg 1953 war der Jaguar C mit Scheibenbremsen an den Vorderbremsen ausgerüstet, was diesem System zum Durchbruch im Automobil-Serienbau verhalf.
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Jaguar C aus dem Jahr 1953
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1951: Peter Walker/Peter Whitehead (GB)
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Jaguar D aus dem Jahr 1956
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1955 mit Mike Hawthorn/Ivor Bueb (GB), 1956 mit Ninian Sanderson/Ron Flockhart (GB) und 1957 mit Ivor Bueb/Ron Flockhart (GB).
Sechs Zylinder, 3442 ccm Hubraum, 260 PS Leistung.
Nach dem Erfolg im Jahr 1953 mit dem Typ C startete Jaguar 1954 in Le Mans zum ersten Mal mit dem Typ D. Die Vorjahressieger Tony Rolt/Duncan Hamilton belegten nach einem Zweikampf, der die gesamten 24 Stunden andauerte, hinter dem Ferrari von Maurice Trintignant/Jose Froilan Gonzalez den zweiten Platz. 1955 siegte dann der Typ D, genau wie 1956 und 1957. Allerdings hatte sich Jaguar Ende 1955 als Werks zurückgezogen und die Einsätze an die Ecurie Ecosse delegiert. Trotzdem ging die Entwicklung weiter und das Siegerauto von 1957 hatte einen Hubraum von 3781 ccm.
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Aston Martin DBR/1-300 aus dem Jahr 1959
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1959 mit Carroll Shelby/Roy Salvadori (USA/GB).
Sechs Zylinder, 2993 ccm Hubraum, 260 PS Leistung.
Aston Martin war bereits vor dem 2. Weltkrieg 1931 in Le Mans gestartet und setzte diese Tradition auch ab dem ersten Nachkriegsrennen 1949 fort. Aber erst 1959 – im 19. Anlauf – gelang nach mehreren Klassensiegen endlich der ersehnte Gesamtsieg. Mit dem Typ DBR/1-300, der 1957 zum ersten Mal bei Rennen startete, hatte die Firma allerdings auch zum ersten Mal ein Auto, das den erlaubten Hubraum ausnutzte. Auch die Sportwagen-WM ging 1959 an Aston Martin. Nach diesen Erfolgen zog sich die britische Firma dann erst einmal werksseitig aus dem Sportwagen-Sport zurück und unternahm einen kurzen, aber erfolglosen Einstieg in die Formel 1.
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Ferrari 250 TR aus dem Jahr 1961
Sportwagen.
Le Mans-Sieger: 1958 mit Phil Hill/Olivier Gendebien (USA/B), 1960 mit Paul Frere/Olivier Gendebien (B) und 1961 erneut mit Phil Hill/Olivier Gendebien.
12 Zylinder, 2953 ccm Hubraum, 300 PS Leistung, Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h. Gewicht: 800 kg.
Der Ferrari 250 Testa Rossa, 1958 zum ersten Mal eingesetzt, gehört zu den erfolgreichsten Rennsport-Wagen der Automobilsport-Geschichte. Er gewann dreimal (1958, 1960 und 1961) die Sportwagen-Weltmeisterschaft und das 24-Stunden-Rennen Le Mans. 1962 setzte in Ferrari ihn Le Mans nochmals ein – allerdings mit einem Vierliter-Motor. Und erneut siegten die Langstrecken-Experten Phil Hill/Olivier Gendebien. Es war der letzte Sieg eines Wagens mit Frontmotor in Le Mans.
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Ford GT 40 aus dem Jahr 1968
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1968 mit Pedro Rodriguez/Lucien Bianchi (MEX/B) und 1969 mit Jacky Ickx/Jackie Oliver (B/GB).
Acht Zylinder, 4942 ccm Hubraum, 410 PS Leistung.
Ford brach Anfang der 1960er-Jahre ein stillschweigendes Abkommen der drei großen amerikanischen Automobilhersteller General Motors, Chrysler und Ford, das fast 30 Jahre eine Teilnahme am Automobilsport ausgeschlossen hatte. Vor allem der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans war das Ziel. 1966 und 1967 gelang das mit dem Prototypen GT 40 MK2 mit riesigem Siebenliter-Motor und den Fahrern Bruce McLaren/Chris Amon (NZ) und Dan Gurney/A.J. Foyt (USA). Ab 1968 war der Hubraum auf fünf Liter beschränkt. Und der „Serien“-GT 40-Sportwagen gewann nicht nur Le Mans, sondern auch die Marken-WM für Sportwagen.
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Porsche 917 aus dem Jahr 1970
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1970 mit Hans Herrmann/Dick Attwood (D/GB) und 1971 mit Dr. Helmut Marko/Gijs van Lennep (A/NL).
12 Zylinder, 4494 ccm Hubraum, 600 PS Leistung.
Intern nannte man ihn bei Porsche den „Weißen Riesen“, hatte Porsche doch mit ihm zum ersten Mal die Hubraumgrenze von vier Litern überschritten. Porsche gewann 1970 und 1971 nicht nur Le Mans, sondern auch die Marken-WM für Sportwagen. Der Sieg im Jahr 1970 war der erste von bisher 16 Porsche-Gesamtsiegen bei dem berühmtesten Automobilsport-Langstrecken-Rennen. 1971 siegten Marko/van Lennep mit einem Durchschnitt von 222,304 km/h – bis heute Rekord. Allerdings ist der Kurs seitdem durch Modifikationen und die zwei „Bremskurven“ auf der langen Hunaudieres-Geraden „künstlich“ langsamer gemacht worden.
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Porsche 917
Das Bild zeigt den Gesamtsieger von 1971. Fahrer: Dr. Helmut Marko/Gijs van Lennep (A/NL).
12 Zylinder, 4907 ccm Hubraum, 630 PS Leistung.
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Matra MS 670C aus dem Jahr 1974
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1972 mit Henri Pescarolo/Graham Hill (F/GB) sowie 1973 und 1974 jeweils mit Gerard Larrousse/Henri Pescarolo (F).
12 Zylinder, 2993 ccm Hubraum, 450 PS Leistung.
Der damalige französische Raumfahrt- und Rüstungs-Konzern Matra hatte 1964 mit dem Automobilbau begonnen. In der Sportwagen-Szene startete er seit 1966 beim 24 Stunden-Rennen in Le Mans. Mit Zwei- bzw. Dreiliter-Motoren gab es aber keine Chance gegen die großvolumigen Fünf-Liter-Ford oder -Porsche. Erst als das Limit auf drei Liter begrenzt wurde, konnte Matra mit dem Typ MS 670 in den Jahren 1972, 1973 (670B-Version) und 1974 (670C) beim wichtigsten Sportwagen-Rennen der Welt siegen. In den Jahren 1973 und 1974 gewann Matra auch die Sportwagen-Weltmeisterschaft. 1972 hatte der Matra MS 670 in seiner ersten Ausführung knapp 410 PS Leistung, bis 1974 wurde sie auf 450 PS gesteigert.
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Alpine A442B-Renault aus dem Jahr 1978
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1978 mit Didier Pironi/Jean-Pierre Jaussaud (F).
Sechs-Zylinder-Renault-Motor, 1997 ccm Hubraum, Turbo, 500 PS Leistung.
Renault, Sieger des allerersten Grand Prix-Rennens im Jahr 1906 (GP Frankreich in Le Mans), kehrte Mitte der 1970er-Jahre nach über 60 Jahren Pause wieder in den „Großen Automobilsport“ zurück. Das erste Ziel lautete damals: Gewinn der 24 Stunden von Le Mans. Deshalb wurde zusammen mit Alpine (Chassis) ein Fahrzeug entwickelt, das 1976 zum ersten Mal in Le Mans startete. Zwei Jahre später war es dann mit einer modifizierten Version soweit: 1978 gab es mit den Piloten Pironi/Jaussaud den ersehnten Sieg. Danach stellte Renault alle Sportwagen-Aktivitäten ein und konzentrierte sich auf die Formel 1-Weltmeisterschaft.
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Rondeau M379B-Ford aus dem Jahr 1980
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1980 mit Jean Rondeau/Jean-Pierre Jaussaud (F).
Acht-Zylinder-Ford-Motor, 2993 ccm Hubraum, 500 PS Leistung.
Der Franzose Jean Rondeau, er verunglückte am 27. Dezember 1985 im Alter von erst 39 Jahren an einem Bahnübergang tödlich, stammte aus Le Mans. Dort baute er Sportwagen, mit denen er sich seinen Traum vom Sieg in seiner Heimatstadt beim berühmtesten Langstrecken-Rennen im Automobilsport erfüllen wollte. 1980 – im achten Versuch als Pilot und zum dritten Mal im eigenen Wagen – klappte es. Zusammen mit seinem Landsmann Jean-Pierre Jaussaud gewann er. Zweiter wurde ein Semi-Werks-Porsche mit Jacky Ickx/Reinhold Jöst. Rondeau ist der einzige Fahrer, der auf einem von ihm selbst gebauten Wagen in Le Mans siegte. Seine Wagen starteten von 1978 bis 1983 in Le Mans, zuletzt mit Unterstützung von Ford France.
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Porsche 956 aus dem Jahr 1982
Gruppe C-Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1982 mit Jacky Ickx/Derek Bell (B/GB), 1983 mit Al Holbert/Vern Schuppan/Hurley Haywood (USA/AUS/USA), 1984 mit Klaus Ludwig/Henri Pescarolo (D/F) sowie 1985 mit Klaus Ludwig/Paolo Barilla/“John Winter“(D/I).
Sechs Zylinder, 2649 ccm Hubraum, Turbo, 600 PS Leistung.
Der Porsche 956 zählt in der Sportwagen-Geschichte zu den erfolgreichsten Typen überhaupt. Er wurde für das 1982 eingeführte Gruppe C-.Reglement gebaut, das den Konstrukteuren viel Freiheiten gab, mit Ausnahme des Benzinverbrauches. Der 956 gewann von 1982 bis 1985 viermal hintereinander in Le Mans, wobei 1982/1983 jeweils vom Werk gemeldete 956er siegten und 1985/1986 vom Joest-Team eingesetzte Fahrzeuge. Porsche gewann in diesen Jahren jeweils auch die Sportwagen-WM, die damals offiziell „Endurance-WM“ hieß. 1986 und 1987 siegte der Porsche 962C, eine Weiterentwicklung des 956, in Le Mans, jeweils mit Hans-Joachim Stuck/Derek Bell/Al Holbert (D/GB/USA).
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Jaguar XJR-9 LM aus dem Jahr 1988
Gruppe C-Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1988 mit Andy Wallace/Jan Lammers/Johnny Dumfries (GB/NL/GB).
12 Zylinder, 7000 ccm Hubraum, 750 PS Leistung.
Jaguar hatte in den 50er-Jahren fünfmal das berühmte 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen, sich Ende 1957 aber aus dem Sport zurückgezogen. Mitte der 80er-Jahre kehrte die Firma dann auf die Bühne der großen Sportwagen-Rennen zurück. Bereits 1987 konnte mit dem XJR-8 der Titelgewinn in der WM gefeiert werden. 1988 folgte dann mit dem XJR-9 die Titelverteidigung und der Sieg in Le Mans. Das Nachfolge-Modell XJR-12, ebenfalls mit dem Sieben-Liter-Zwölfzylinder-Motor, holte 1990 mit John Nielsen/Price Cobb/Martin Brundle (DK/USA/GB) den bisher letzten Jaguar-Sieg in Le Mans.
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Sauber C9-Mercedes aus dem Jahr 1989
Gruppe C-Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1989 mit Jochen Mass/Stanley Dickens/Manuel Reuter (D/S/D).
Acht-Zylinder-Mercedes-Motor, 4973 ccm Hubraum, Turbo, 720 PS Leistung.
Mercedes-Benz war 1988 nach über 30jähriger Pause wieder offiziell in den „großen“ Automobilsport zurückgekehrt. Betätigungsfelder wurden die DTM (Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft) und die Endurance-Weltmeisterschaft für Gruppe C-Sportwagen. Hier tat man sich mit dem Schweizer Sauber-Team zusammen, das schon seit 1986 „inoffiziell“ mit Mercedes-Motoren gefahren war. 1988 verfehlte man den WM-Titel gegen Jaguar. 1989 aber hieß der Weltmeister Sauber-Mercedes. Außerdem siegte der Sauber C9 beim 24 Stunden-Rennen in Le Mans, das damals nicht zur WM zählte, aber das wichtigste Sportwagen-Rennen des Jahres war.
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Sauber C9-Mercedes aus dem Jahr 1989
Auf Siegesfahrt: Jochen Mass/Stanley Dickens/Manuel Reuter. Es war der erste Sieg eines Wagens mit Mercedes-Motor seit 1952.
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Mazda 787B aus dem Jahr 1991
Gruppe C-Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1991 mit Bertrand Gachot/Johnny Herbert/Volker Weidler (B/GB/D).
4 Rotor-Kreiskolbenmotor, umgerechnet 4708 ccm Hubraum, 700 PS Leistung.
Mazda hatte sich seit 1981 werksseitig am 24-Stunden-Rennen in Le Mans beteiligt – immer mit Sportwagen mit Kreiskolben (Wankel)-Motoren. Mehrmals konnten Klassensiege eingefahren werden, ehe 1991 der große Coup gelang: Als erstes und bisher einziges Fahrzeug mit Wankel-Motor und als erstes und bisher einziges Fahrzeug eines japanischen Herstellers siegte der Mazda 787B in Le Mans. Es war in jeder Hinsicht ein historischer Sieg und er sollte es bleiben, da der Internationale Automobilverband FIA den Einsatz von Wankel-Motoren bei den Sportwagen ab 1992 nicht mehr erlaubte. Und Mazda zog sich, nachdem die Firma ein Jahr mit „konventionellen“ Saugmotoren gefahren war, offiziell aus der Sportwagen-Szene zurück.
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Peugeot 905B aus dem Jahr 1993
Gruppe C-Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1992 mit Derek Warwick/Yannick Dalmas/Mark Blundell (GB/F/GB) und 1993 mit Eric Helary/Geoff Brabham/Christophe Bouchut (F/AUS/F).
10 Zylinder, 3499 ccm Hubraum, über 700 PS Leistung.
Die französische Automobilfirma Peugeot stieg bei den letzten Rennen des Jahres 1990 in die Sportwagen-WM ein, nachdem sie in den 80er-Jahren mehrmals die Rallye-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Mit dem Typ 905 gewann Peugeot im Jahr 1992 die letzte offizielle Sportwagen-WM in der Geschichte des Automobilsports bis heute, wobei auch der Gesamtsieg in Le Mans gelang. Diesen Erfolg wiederholte Peugeot ein Jahr später. Dann zog sich die Firma wieder aus der Sportwagen-Szene zurück. 2007 will sie mit einem Wagen mit Diesel-Motor wieder in Le Mans antreten – und den Audi R10 schlagen, der als erster Sportwagen mit Diesel-Motor 2006 die 24 Stunden in Le Mans gewinnen konnte.
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BMW LMR V12 aus dem Jahr 1999
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 1999 mit Yannick Dalmas/Pierluigi Martini/Joachim Winkelhock (F/I/D).
12 Zylinder, 5990 ccm Hubraum, 600 PS Leistung.
Zwei Jahre bestritt der offene BMW LMR V12 Rennen. Bei seinem Debut gewann er im März 1999 das 12 Stunden Rennen in Sebring in Florida, das wichtigste Sportwagen-Rennen in den USA, und im Juni gewann er auch die 24 Stunden in Le Mans (USA), das wichtigste Sportwagen-Rennen überhaupt, wo damals mit Werkswagen von Audi, Mercedes, Nissan und Toyota enorm starke Konkurrenz am Start war. Es sollte der einzige Start in Le Mans bleiben, denn ab 2000 konzentrierte sich BMW auf die Formel 1 und beendete das Sportwagen-Projekt Ende 2000. Der Motor war eine Weiterentwicklung des 12-Zylinders, der 1995 im McLaren FI GTR in Le Mans gewonnen hatte...
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BMW LMR V12 aus dem Jahr 1999
Sportwagen.
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Audi R8 aus dem Jahr 2001
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 2000, 2001, 2002 mit Frank Biela/Emanuelle Pirro/Tom Kristensen (D/I/DK), 2004 mit Rinaldo Capello/Tom Kristensen/Seiji Ara und 2005 mit Tom Kristensen/JJ Lehto/Marco Werner (DK/FIN/D).
Acht Zylinder, 3596 ccm Hubraum, Turbo, 610 PS Leistung.
Audi trat 1999 zum ersten Mal beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans mit dem R8 an. Damals wurden eine Coupé-Version und eine offene Spyder-Version eingesetzt. Aus den Erfahrungen dieses Rennens kam der Audi R8 dann ab 2000 nur noch als Spyder zum Einsatz. Er avancierte zum erfolgreichsten Sportwagen der letzten Jahre und gewann bis zu seinem letzten Einsatz am 1. Juli 2006 in Lime Rock (USA) 63 von 84 Rennen, in denen er startete. Allein in Le Mans holte er bei sieben Starts fünf Siege. Reglementsbedingt wurde die Leistung ab 2003 auf 550 PS und 2005 auf 520 PS gedrosselt und das Gewicht 2005 von 900 kg auf 950 kg erhöht..
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Bentley EXP Speed 8 aus dem Jahr 2003
Sportwagen.
Le Mans-Sieger 2003 mit Rinaldo Capello/Tom Kristensen/Guy Smith (I/DK/GB).
Acht Zylinder, 3995 ccm Hubraum, Turbo, 610 PS Leistung.
Bentley hatte in den Anfangsjahren von Le Mans 1924 bis 1930 fünf Siege herausfahren können, sich dann aber komplett aus dem Motorsport zurückgezogen. Erst 2001 – mittlerweile gehörte die Firma wie Audi zur VW-Gruppe – trat Bentley wieder an. Basis des Speed 8 war das Audi R8 Coupé, das 1999 in Le Mans gestartet war. Es langte zum dritten Platz hinter zwei Audi R8 Spyder. 2002 belegte der beste Bentley Rang vier. Für 2003 wurde der Audi-Motor auf 3995 ccm Hubraum vergrößert. Und 73 Jahre nach dem letzten Sieg fuhr wieder ein Bentley als Erster nach 24 Stunden durchs Ziel in Le Mans.
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Audi Safety Car aus dem Jahr 2006
Für das Le Mans-Rennen 2006 stellte Audi dem Veranstalter, dem ACO (Automobile Club de l’Ouest), u.a. sechs Audi RS4 für Race Control und als Safety Cars zur Verfügung.
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