FAMILIENPROGRAMM

Die Wege in Kassels berühmtem Park, der Karlsaue, alle fünf Jahre auch im Zentrum der documenta, waren nach einem Jahrhundert-Winter noch mit einem dicken Panzer aus Eis überzogen und damit nahezu unpassierbar. Die Parkplätze in den nahe gelegenen Messe-Hallen waren am Beginn der Technorama am Samstagmorgen um neun Uhr schon prall gefüllt, die Schlangen der Oldtimer-Fans vor den Kassenhäuschen trotz eisiger Kälte entsprechend lang. Drinnen herrschte bereits ein Gedränge wie bei der Essen Motor Show oder auf der IAA, was wieder einmal zeigt, wie richtig die Organisatoren mit ihrem Konzept liegen. Die Mischung aus Oldtimer-Schau und Teilemarkt, präsentiert in lockerer Atmosphäre und regionaler Gastronomie, ist ein echtes Familienprogramm, für das sich auch an einem arbeitsfreien Winterwochenende relativ früh aufzustehen lohnt. Die Technorama zeigte wiederum alles: Vom € 200 000 teuren Porsche turbo bis zum klapprigen Tretauto.  Man muss übrigens weder Oldtimer- noch Motorsportfan sein, um bei der Technorama auf seine Kosten zu kommen und das gilt für Besucher und Aussteller gleichermassen. Gleich in der Eingangshalle war erstmals die Hockenheimring GmbH vertreten, die an ihrem Stand für das Hockenheim Historic In Memory of Jim Clark im April warben, das ab 2011 wieder Jim Clark Revival heissen wird. Hockenheim präsentierte zwei bemerkenswerte Formel 3-Rennwagen: Einen Cooper, schon mit Mittelmotor aus den fünfziger Jahren und der frühen Zeit eines Graham Hill oder Stirling Moss und  aus den achtziger Jahren den die deutsche Meisterschaft gewinnenden  Ralt VW von Kris Nissen, dem heutigen Chef von Volkswagen Motorsport. Sonderschauen zu den Themen Porsche 911 und 35 Jahre Opel Manta B rundeten ein Programm ab, das mit  vielen klassischen Automobilen und Motorrädern nahezu das gesamte Spektrum des Themas Oldtimer abdeckt. Richtig in die gute alte Zeit des Wirtschaftswunders fühlte man sich an den zahlreichen Verkaufsständen zurückversetzt, an denen Souveniers und Literatur aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren angeboten wurden. Wenn der irre Sound einer Rennmaschine durch die Messehallen dringt, weiss man definitiv, dass man seine Ohropax nicht nur auf die Rennstrecke, sondern auch zur nächsten Technorama mitnehmen muss. Beeindruckend unter all den klassischen Renn-Motorrädern: Eine im traditionellen Grün lackierte Kawasaki des 24 fachen Grand Prix-Siegers Walter Villa (1943 - 2002) aus Italien.

 

 

www.technorama.de

 

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