Glanzvoller Abgang eines großen Weltmeisters – Rossi geht zu Yamaha

Es war das Wochenende der Entscheidungen und Vorhersagen – Valencia entpuppte sich einmal mehr als Drehscheibe großer Entscheidungen

 

VALENCIA. Die Szene war symptomatisch: Pünktlich um 18.00 Uhr gab Valentino Rossi seinen Ausstand bei Honda bekannt. Was Insider schon seit Brünn im August ahnten, wurde Wahrheit. Rossi sucht eine neue Herausforderung, Honda kann sie nicht bieten. Doch damit dreht sich das Transfer-Karussell schneller denn je. Honda hat ganz offen gegen Rossi gedroht, man würde im Jahr 2004 nach seinem Weggang eine neue Maschine zum Einsatz bringen ( 6-Zylinder ).

Das Ende einer spannenden Saison: Es gab nur Sieger

In Valencia hatte ich am Sonntag vor Ort die Gelegenheit mit verschiedenen Fahrern zu sprechen. Das spannende Rennen war nur noch Nebensache; alle redeten vom erwartenden Transfer. Neben Hayden, der Rookie des Jahres wurde fährt Barros im HRC-Team, Telefonica bietet neben Gibernau nun Edwards auf, der mit Aprilia die Nase voll hat.

Camel-Honda wird nur noch mit Biaggi fahrender zweite Platz wird an Pramac-Honda für Tamada abgegeben. Yamaha setzt Rossi und Checca ein, die für Gauloises fahren. Der Franzose Hervé Poncharal wird mit Melandri und Nakano das Tech-3-Team mit Yamaha ausrüsten. Die Superbike –Asse Xaus und Weltmeister Hodgson werden Ducati bei d`Antin fahren, Superstar Byrne (Gewinner der Superbike in Brands Hatch) kommt bei Aprilia neben Haga, McCoy oder McWilliam / Jacque zum Einsatz. Alles andere verlief sich im Frühnebel von Valencia.

Alle drei Rennen waren an Spannung kaum in diesem Jahr zu überbieten. Der Thriller begann in der 125cc-Klasse mit einem Paukenschlag, als Hektor Barbera in Führung ging, gingen mit den 121.000 Zuschauern die Emotionen durch. Eigentlich war jedes Rennen an diesem Tag mit Böllern der Sonderklasse gesalzen. Den Fotografen und Journalisten vor Ort taten kräftig die Ohren weh. Die stärkste Vorstellung an diesem Tag zeigte Steve Jenkner, der sich vom 13. Platz auf den zweiten Platz vorkämpfte. Damit belegte er eindrucksvoll, dass bei Stabilität des Motorrades er durchaus einer der Besten ist. Allerdings hielt ihn sein Zögern leider davon ab, noch in der letzten Runde Casey Stones anzugreifen und zu gewinnen.

Barbera wurde von den Zuschauern als Held gefeiert und verließ seinerseits die Strecke nur in Unterkleidern. Die Zeitverzögerung dürfte den Veranstalter wieder bei Dorna Einiges kosten – egal, Spanier sind da wie Italiener anders. Für Steve Jenkner war Valencia ein versöhnlicher Abschluss einer teilweise durchwachsenen Saison. Die Tragik für Thomas Lüthi war ebenso kaum zu überbieten. Bereits in der ersten Runde vor dem Start musste er seine Honda mit Zündproblemen neben der Strecke parken und als Zuschauer das Rennen erleben. Seine Mutter spendete ihm von der gegenüberliegenden Strassenseite Trost. Ein weiterer Trost kam von HRC, denn Lüthi wird im kommenden Jahr einen der wenigen HRC-Kits für Honda erhalten. Der Newcomer aus deutscher Sicht, der Berliner Dario Giuseppetti stürzte im Kampf mit Bianco und musste aufgeben.

Alles war offen in der 250cc-Klasse, als beim Warm-Up am Sonntag Morgen der vermeintliche neue Weltmeister Manuel Poggiali Christian Gemmel in s Heck donnerte, dass dessen Maschine ein klatter Totalschaden war und beide Fahrer mit Verletzungen die Strecke verließen. Nun hieß es einmal mehr, was kann Doctor Costa und die Techniker tun ? Und pünktlich zum Start kamen beide Fahrer mit ihren Maschinen schmerzgeprüft an den Start. Nun galt es den WM-Titel mit viel Taktik nach Hause zu bringen. Rolfo, der einzige wirkliche Konkurrent hatt im Rennen nie den Hauch einer Chance, denn sein Set-up war eine Katastrophe.

Poggiali wurde Dritter hinter Elias und de Puniet,die ein tolles Rennen lieferten. Am Abend wurde dann doch richtig gefeiert, denn seit Jan Witteveen die sportliche Leitung übernommen hatte, konnten 22 WM-Titel eingefahren werden. Poggiali ist in seiner ersten 250-iger Saison Weltmeister geworden, dass hatten nur Harada 1993 geschafft. Selbst die großen Stars wie Biaggi, Rossi, Capirossi oder Melandri konnten diesen Erfolg nicht aufweisen. Kritisch anzumerken war aber von allen Beobachten, die gnadenlose Diät, die Poggiali durchführt, was Spekulationen einer Magersucht aufkommen ließ. Toni Elias war nach dem Rennen die Enttäuschung anzusehen. Mehrmals sah es so aus, als könnte er de Puniet bezwingen, doch der clevere Franzose gewann mit 0,1 sec. Vorsprung.

Am Sonntag nach den Rennen ging es nur noch um Fahrer, Teams und zukünftige Gagen. Als dann die erwartete Nachricht von Rossi da war, ging man im Mediacenter ganz schnell die an. Deren Klassen durch und fand erstaunliche und seltsames Wechsel.. Alle werden aber einen der ganz Großen in den nächsten Jahren vermissen.

Unter Tränen gab Teambesitzer und Vollblutracer Lucio Cecchinello seinen endgültigen AusStieg als Fahrer bekannt.

Aber ist wird auch gerichtliche Nachspiele für einige Fahrer geben, die zu früh oder noch unter Vertrag stehend wechseln. So wird wohl Perugini, der zu Gilera für 250000 Euro wechselt, mit seinem Nochteamchef bei Aprilia Giuliano Cerigioni eine gerichtliche Trennung führen müssen, denn er hat einen Vertrag, der bis 2004 geht. Dafür wird wohl der tallentierte Giuseppetti zu Aprilia geholt werden. Colin Edwards reicht es hingegen bei Aprilia in der MotoGP, er wechselt zu Moviestar-Honda. Bei KTM will man endlich in die Punkteränge fahren, entlässt Locatelli und nimmt Stones und Kallio unter Vertrag. Norick Abe, der in Valencia als Ersatz für den operierten Melandri sehr gut gefahren ist, könnte bei Kawasaki neben Pitt unterkommen. Kawa ging am Sonntag sogar soweit die Journalisten nach ihrer Meinung zu Verbesserungen zu fragen, wenn das mal nicht ein guter Start in die Winterpause ist.

Unter Tränen gab Teambesitzer und Vollblutracer Lucio Cecchinello seinen endgültigen Ausstieg als Fahrer bekannt.

Aber ist wird auch gerichtliche Nachspiele für einige Fahrer geben, die zu früh oder noch unter Vertrag stehend wechseln. So wird wohl Perugini, der zu Gilera für 250000 Euro wechselt, mit seinem Nochteamchef bei Aprilia Giuliano Cerigioni eine gerichtliche Trennung führen müssen, denn er hat einen Vertrag, der bis 2004 geht. Dafür wird wohl der tallentierte Giuseppetti zu Aprilia geholt werden. Colin Edwards reicht es hingegen bei Aprilia in der MotoGP, er wechselt zu Moviestar-Honda. Bei KTM will man endlich in die Punkteränge fahren, entlässt Locatelli und nimmt Stones und Kallio unter Vertrag. Norick Abe, der in Valencia als Ersatz für den operierten Melandri sehr gut gefahren ist, könnte bei Kawasaki neben Pitt unterkommen. Kawa ging am Sonntag sogar soweit die Journalisten nach ihrer Meinung zu Verbesserungen zu fragen, wenn das mal nicht ein guter Start in die Winterpause ist.

Hans-Jörg Denzler

 

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