
UNSTOPPABLE
Alessandro Zanardi presented his biography in a Hamburg television studio
Summary by Klaus Ewald
His sister had been killed in a road car accident. He himself got the last rites on the EuroSpeedway Lausitz in 2001, only a few days after the awful terror attacks of September, 11th. Two years later he finished that race, that had nearly cost his life and also both his legs. Before that he had been driving karts and he had been successful at once against rivals that could have been his sons. Since autumn 2003 he again is a professional racing automobilist. For the BMW team of his fellow countryman Roberto Ravaglia, Touring Car World Champion in 1987 and DTM Champion in 1989, he is taking part in the very competitive European Touring Car Championship - an he scored points already his second race competing in. On 13th May 2004 he was a guest in Johannes B. Kerner´s Hamburg television show for the second time after 2002. Sports journalist Kerner of Second German Television ZDF is Germany´s leading chat show host. During the show Alessandro Zanardi presented his biography written together with Gianluca Gasperini. Here extracts from the discussion held in Italian language via simultanious translation.
Johannes B. Kerner: Is it important for you to come to Germany again ?
Alessandro Zanardi: Yes, of course. Germany is a wonderful country, because of the warm-heartedness of the people and also because of their passion for motorsport.
JBK: What was the feeling like to be on the EuroSpeedway Lausitz again ?
A.Z.: It was a wonderful moment. The opportunity to drive a CART car again was an extraordinary one. To finish the race - I had been in the lead until the time of the accident - was very important. If you have got the will to succeed, you cannot achieve everything, but a lot.
JBK: Which feelings have you got about the accident? Your chances to survive were less than 10 per cent because of the heavy loss of blood. Your rescuer Professor Walter Schaffartzik is here today.
Professor Schaffartzik: I would estimate the chance to survive in the minus sector. Mr Zanardi had been reanimated for several times during the helicopter flight. I have never thought to survive such a thing. Of course, I had not helped him alone, but within a team of surgeons and nurses. All that belongs together.
JBK: We have talked about the loss of blood.
Professor Schaffartzik: About eight or ten per cent of the weight of a human body are consisting of blood. And he had got less than a fifth. We were in deep sorrow his brain getting damaged of the loss of blood.
JBK: Are you still in contact ? Do you meet each other ?
A.Z.: Yes, of course. On the EuroSpeedway Lausitz last year. The Professor is very modest. My life is rescued due to two decisions. The senior consultant of CART had decided to take me to the hospital in Berlin inspite Dresden being nearer. If I had taken to another hospital in Europe, I would not be here in this show.
JBK: You are wearing excellent prothesises. Do you make fine tuning ?
A.Z.: Yes, I am always carrying a spanner with me.
JBK: Are you buying shoes the normal way ? What does the shop assistant say ?
A.Z.: Absolutely. (He takes the left prothesis to drive it nearly up to his chin.) I can do that in a night show with no kids watching.
JBK: Your biography is called >Unstoppable<. What did you make competing in races again ?
A.Z.: I am doing that, because I am knowing my job. The most drivers on the roads are taking greater risks, especially at fog, than me on the track. Racing means my quality of life being on the same level as in the days before the accident. I am not more vulnerable than other racing drivers. When breaking a leg, I only need an allen key. There is no difference between me and Michael Schumacher, who has won six worldchampionships and has earned so much million dollars he is nearly able to count them.
JBK: I want to ask the former Grand Prix driver Alessandro Zanardi a question about Formula One. Is it possible for Michael Schumacher to lose a race this season ?
A.Z.: Well, I would like to say yes.
JBK: So, is he already world champion ?
A.Z.: Yes, I would think so.
In contrast to many others Alessandro Zanardi does not use the show to advertise actively for the book. Twotimes the cover is shown. Zanardi has got style. Humour. And even more human greatness. The audience in the studio and millions in front of their television screens he has entertained perfectly.
***
NICHT ZU BREMSEN
In einem Hamburger Fernsehstudio stellte Alessandro Zanardi seine Biographie vor
Zusammenfassung von Klaus Ewald
Seine Schwester wurde bei einem Autounfall getötet. Er selbst erhielt 2001 auf dem EuroSpeedway Lausitz, nur wenige Tage nach den entsetzlichen Terrorattacken des 11. September, die letzte Ölung. Zwei Jahre später fuhr er an gleicher Stelle das Rennen, das ihm fast das Leben und zudem beide Beine gekostet hat, zu Ende. Zuvor war er wieder in Karts gestartet, und war gegen Fahrer, die seine Söhne sein könnten, sofort erfolgreich. Seit Herbst 2003 fährt er wieder professionell Autorennen. Für das BMW Team seines Landsmannes Roberto Ravaglia, Tourenwagenweltmeister 1987 und DTM Champion 1989, startet er in der heissumkämpften Tourenwagen-Europameisterschaft - und holte bereits in seinem zweiten Rennen Meisterschaftspunkte. Zum zweiten Mal nach 2002 war er am 13. Mai 2004 Gast in Johannes B. Kerners gleichnamiger Fernsehsendung in Hamburg. Sportjournalist Kerner vom Zweiten Deutschen Fernsehen ZDF ist Deutschlands führender Talkshow-Gastgeber. In seiner stets gegen 23:00 Uhr ausgestrahlter Sendung stellte Alessandro Zanardi seine zusammen mit Gianluca Gasperini verfasste Biographie vor. Hier Auszüge aus dem mittels Simultandolmetscher in Italienisch geführten Gespräch.
Johannes B. Kerner: Ist es für Sie bedeutend, wieder nach Deutschland zu kommen ?
Alessandro Zanardi: Ja sicher. Deutschland ist ein wundervolles Land, wegen der Warmherzigkeit der Menschen und auch wegen der grossen Motorsportbegeisterung.
JBK: Was war das für ein Gefühl, wieder auf dem EuroSpeedway Lausitz zu sein ?
A.Z.: Es war ein wunderschöner Moment. Die Gelegenheit, wieder ein CART Auto zu fahren, war einmalig. Ich bin ja sehr darüber erfreut. Das Rennen - ich lag zum Zeitpunkt des Unfalls ja in Führung - zu Ende zu fahren, war sehr wichtig. Wenn man will, dann schafft man nicht alles, aber sehr viel.
JBK: Welche Empfindungen haben Sie über den Tag des Unfalls? Ihre Überlebenschancen waren wegen des hohen Blutverlusts unter 10 Prozent. Ihr Lebensretter Professor Dr. Walter Schaffartzik ist heute hier.
Prof. Schaffartzik: Ich würde die Überlebenschanche sogar eher im Minus-Bereich ansiedeln. Herr Zanardi wurde auf dem Flug mit dem Hubschrauber mehrere Male wiederbelebt. Ich habe nicht gedacht, dass man sowas überleben kann. Natürlich habe ich ihm nicht alleine geholfen, sondern in einem Team von Ärzten und Krankenschwestern. Das gehört alles zusammen.
JBK: Wir haben über den Blutverlust gesprochen.
Prof. Schaffartzik: Acht bis zehn Prozent des Körpergewichts beträgt das Blutvolumen. Er hatte weniger als ein Fünftel. Wir hatten grosse Sorge, das wegen des hohen Blutverlustes sein Gehirn Schaden genommen hätte.
JBK: Haben Sie noch Kontakt ? Sehen Sie sich ?
A.Z.: Ja, natürlich, auf dem EuroSpeedway Lausitz im vergangenen Jahr. Der Herr Professor ist sehr bescheiden. Mein Leben verdanke ich zwei wichtigen Entscheidungen. Der Chefarzt von CART entschied, mich nach Berlin in die Klinik zu bringen, obwohl Dresden näher gewesen wäre. Wenn ich in ein anderes Krankenhaus in Europa gebracht worden wäre, wäre ich heute nicht in dieser Show.
JBK: Sie tragen excellente Prothesen. Machen Sie Feintuning ?
A.Z.: Ja, ich laufe immer mit einem Schraubenschlüssel herum.
JBK: Gehen Sie normal Schuhe kaufen ? Was sagt die Verkäuferin ?
A.Z.: Na klar. (Nimmt die linke Prothese hoch und führt sie fast bis an Kinn). Das kann ich in einer Abendsendung ja ruhig machen, es sehen ja keine Kinder zu.
JBK: Ihre Biographie heisst >Nicht zu bremsen<. Was hat sie bewogen, wieder Rennen zu fahren ?
A.Z.: Ich tue das, weil ich meine Arbeit kenne. Viele Autofahrer gehen auf der Strasse, besonders bei Nebel, höhere Risiken ein, als ich auf der Rennstrecke. Der Rennsport bedeutet, dass meine Lebensqualität so ist wie früher. Ich bin nicht verletzbarer als andere Rennfahrer. Wenn ich mir ein Bein breche, brauche ich nur einen Inbusschlüssel. Es gibt keinen Unterschied zwischen mir und Michael Schumacher, der ja schon sechs Weltmeisterschaften und soviele Millionen Dollars auf dem Konto hat, dass er sie kaum zählen kann.
JBK: Dem ehemaligen Grand Prix Piloten Alessandro Zanardi möchte ich eine Frage über die Formel 1 stellen. Wird Michael Schumacher diese Saison noch mal ein Rennen verlieren ?
A.Z.: Nun, ich möchte vielleicht ja sagen.
JBK: Er ist also schon Weltmeister ?
A.Z.: Ja, das würde ich schon sagen.
Im Gegensatz zu vielen anderen benutzt Allessandro Zanardi die Sendung nicht dazu, aktiv für das Buch zu werben. Zweimal wird das Cover eingeblendet. Zanardi hat Stil. Humor. Und noch mehr menschliche Grösse. Das Publikum im Studio und Millionen an den Bildschirmen hat er grossartig unterhalten.

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